Spanische Fachkräfte Basel

Spanische Fachkräfte in Basel

Der Pflegenotstand ist mittlerweile auch in der Schweiz angekommen. Neben den klassischen Einwanderungsländern rekrutieren helvetische Spitäler zunehmend aus Spanien. Das Kantonspital Baselland KSBL, Standort Bruderholz, ist auf das südeuropäische Land aufmerksam geworden, weil sich dort vergleichbare Abschlüsse in den Pflegeberufen finden lassen. Der spanische Abschluss "grado en enfermería" ist dem Abschluss Bachelor of Science in Pflege gleichgestellt. In Spanien herrscht eine entgegengesetzte Situation am Arbeitsmarkt und eine hohe Bereitschaft, in die Schweiz auszuwandern. Das Kantonsspital kann somit direkt auf diplomiertes bzw. graduiertes Pflegepersonal zurückgreifen, das in der Schweiz zunehmend schwerer zu finden ist. In den Spitälern kann man noch auf ausreichend Personal mit der Profession Fachangestellte Gesundheit (FaGe) zurückgreifen, jedoch immer weniger auf den so genannten Bachelor of Science in Pflege, denn viele Pflegekräfte scheuen das zusätzliche Studium mit einer Länge von 2 Jahren. Die Gesamtstudienzeit läge damit bei insgesamt 5 Jahren: Zu lange, finden viele FaGes, denn diese entschließen sich immer weniger zu dem Schritt, ihrer dreijährigen Ausbildung zwei Studienjahre anzuhängen. Der Pflegenotstand erhöht sich mit jedem weiteren Jahr. 

Denn es handelt sich um ein strukturelles Problem, das man nur durch langfristige Strategien in den Griff bekäme. Zudem brechen traditionelle Einwanderungsländer wie Deutschland oder Polen weg, da sich auch in diesen Ländern der Pflegenotstand zuspitzt und immer weniger Menschen einen Beruf in der Pflege ergreifen. So lag es für die Pflegedienstleistung des Kantonsspitales KSBL nahe, den Blick nach Spanien zu richten, einem Land, das seit Jahren durch die Sparmaßnahmen der spanischen Regierung und der rückläufigen Beschäftigtenzahlen im Gesundheitsbereich gekennzeichnet ist. Spanien ist aber für das Kantonsspital KSBL vor allem deshalb interessant, weil die spanischen Pflegekräfte auf ein vierjähriges Studium zurückblicken können, das vom Schweizer Roten Kreuz (SRK) anerkannt wird. Als einzige Hürde müssen die Pflegekräfte die Sprachkompetenz B2 nachweisen. Da Deutschland und die Schweiz als attraktive Zielländer gelten, bereiten sich die spanischen Pflegekräfte gezielt auf eine Beschäftigung in diesen Ländern vor. Personaldienstleister wie die TTA Personal GmbH haben sich auf die Vermittlung in die Schweiz spezialisiert und können Schweizer Spitälern ein komplettes Paket anbieten.


Zeitungsbericht: Bz Basel - 14.10.2014