Personalvermittlung

Vermittlung von Fachpersonal aus Spanien

Beitrag: 10 - spanische Busfahrer - Stefanie Magiera - MDR 

Es war die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Anderthalb Jahre hat Busunternehmer Wolfgang Steinbrück aus Gotha nach neuen Arbeitskräften gesucht, vergeblich. In Deutschland mit fast 3 Millionen Arbeitslosen sind Busfahrer Mangelware, es werden viel zu wenige ausgebildet und da kam ihm die Idee: Warum nicht das Personal aus Spanien holen? Knapp 10 Stunden Anfahrt zum neuen Arbeitsplatz haben sie hinter sich, sie sind ein wenig müde, doch das herzliche Willkommen des neuen Chefs tröstet darüber hinweg. Er hat Sekt und Häppchen bereitgestellt, denn Mitarbeiter, die für sein Unternehmen ihr Heimatland verlassen, das ist schon etwas besonderes sagt er. Eine lange Suche geht für ihn zu Ende.

Wolfgang Steinbrück: „Es fällt ein großer Stein vom Herzen, nicht nur mir, auch unseren bisherigen Mitarbeitern fällt ein Stein vom Herzen, weil jetzt kommt wieder etwas Entspannung in die Firma, Arbeit kann besser aufgeteilt werden unter den Kollegen und Kolleginnen. Wir freuen uns sehr.“ Fatima García gehört zum neuen Personal aus Spanien. Sie ist die einzige Busfahrerin. Seit zwei Jahren sucht die 37-jährige in ihrer Heimat eine Anstellung, ohne Erfolg. Sie freut sich über die Chance in Deutschland wieder Geld verdienen zu können. Doch das Opfer, das sie dafür bringt ist groß: Ihre drei Kinder, 3, 6 und 12 Jahre lässt sie zurück.

Fatima García: „Meine Situation in Spanien ist schwierig. Ich bin alleinerziehend, habe eine Hypothek abzubezahlen, aber kaum noch Geld. Es geht nicht darum, ob das gut oder schlecht für die Kinder ist – wir müssen überleben, deshalb bin ich hier.“Die Arbeitslosenquote in Spanien liegt über 30%. Mehr als 60 Bewerbungen gab es für die 10 Busfahrerstellen des gothaer Unternehmens. Deutschkenntnisse bringen alle Spanier mit, ein Intensivkurs wird dennoch folgen. Der Busführerschein ist europaweit anerkannt. Schon in einer Woche sollen die Spanier durchstarten, im Stadtverkehr Gotha oder auch auf den Fernbuslinien nach Berlin oder München.

 

Spanische Busfahrer – ein neuer Trend?

„Ich bin da kein Trendsetter, weil ich meine, wir müssen uns in Deutschland auch bemühen, dass wir die leider immer noch Arbeitslosen, die wir hier in Deutschland haben auch in Arbeit bringen. Ich denke mal da sollte unser Vordergrund schon drauf liegen und, dass das Lösungen sind, die natürlich jetzt nur Lücken schließen, aber das kann nicht der Trend sein.“ 10 Arbeitsverträge auf einem Streich – damit wird bei Steinbrück eine große Lücke geschlossen. Arbeitsstunden und Gehalt entsprechen dem der deutschen Kollegen. Alle Spanier, auch Fatima García, wollen in ein paar Monaten ihre Familien nachholen. Für sie liegt die Zukunft in Deutschland. Video sehen

 

Beitrag: Stefanie Magiera - MDR 30.05.13